Gesichter St. Gallens

Jaja, ich weiß, was Ihr jetzt wohl denken mögt. Macht er Fotos von so Leuten aus der Stadt, die keiner kennt und die voll tolle Sachen machen. Aber nee, macht er nicht. Könnte er, macht er aber nicht. Naja, könnte ich auch nicht, kenne da ja noch viel zu wenige Menschen.

Stattdessen erfreue ich Euch (hoffentlich) mit einer meiner Lieblingsnebenbeschäftigungen, nämlich allerorten nach Gesichtern Ausschau halten. Das war auf dieser Reise nämlich sehr ergiebig, wie Ihr sehen werdet. Doch nun einfach zur Sache. Hier kommen sie…

Einen Tag dranhängen

Ich hatte ja bislang noch so gar keine Erfahrung mit Geschäftsreisen, da ich nie in einer Position gearbeitet habe, wo sich sowas ergeben hätte. Aber jetzt! Und wie alle vor mir, mache auch ich dieselbe Erfahrung, daß die meiste Zeit bei einer zweckgebundenen Reise mit dem Zweck ausgefüllt wird. Sprich, Seminar dauert den ganzen Tag, biste abends auch platt und kommst zu nix mehr. Dem habe ich mich ja ein klein wenig entgegengestemmt, aber so im Großen und Ganzen war es natürlich keine Klassenreise mit viel Stadt ankucken. Daher habe ich mir gedacht, ein Tag mehr kostet nicht die Welt und macht einen großen Unterschied in Weltläufigkeit.

Jetzt ist es also soweit. Habe mir nen Wecker gestellt, den ich aber bei Bemerken gleich wieder ausmache. Soll ja ein entspannter Tag werden. Die liebe Tanja von der HSG hat mir gestern noch einen Plan gebastelt, was ich ankucken soll und wo ich ein bißchen wandern kann, wozu ich sie auch gern mitgenommen hätte, war aber schon verabredet. Sehr schade! Nun werde ich also den Plan allein abarbeiten. Dazu lasse ich mal schön alles Zeug auf dem Zimmer liegen, sogar Biggie, meine Kamera, denn, auch wenn ich sie heiß und innig liebe, ist sie doch etwas sperrig und schwer. Also nur Handyfotos, muß reichen. Aber es geht beim Entdecken wenig über travelling light.

Also aufstehen, duschen, Kaffee rein und los. Als erstes in die Stiftsbibliothek (Unesco Weltkulturerbe!), denke ich mir, obwohl das Licht und das Wetter so herrlich sind, aber nachher ist die sicher randvoll mit Menschen. Dort angekommen sagt mir aber die freundliche Stiftsbibliothekseintrittskartenfachverkäuferin, daß um 13°° Uhr in der Bib eine öffentliche Führung stattfinde. Ich so, oh cool! Bis dahin sind ja auch noch fast drei Stunden Zeit und für die Strecke, die ich oben auf dem Hügel wandern will, brauche man gerade mal ne Stunde, sagt sie. Ich so, denn, dann komme ich halt nachher wieder. Sie so, klaro, viel Spaß. Drum gehe ich jetzt die 100 Meter zur Mühleggbahn, einer niedlichen Seilbahn, die tunnelig am Berg hochgezogen wird, vorbei an Graffitti und gehängten Bildern im Dunkeln. Oben angekommen, drehe ich eine kurze Runde ums Haus und bin schon auf der angeratenen Strecke.

Hübsch! Und bei dem Wetter, also bitte! So hübsch! Gehe an Wiese vorbei, kucke durch ein kostenloses Fernrohr (Freude!), laufe weiter, lasse mich albern durch ein Touridurchkuckwappendings fotografieren, weil es Spaß macht, bis rechts die Weihern kommen. Wir Norddeutschen würden die wohl Teiche nennen, aber die von hier halt nicht. Obendrein sind die zum Baden gedacht, wofür dort lustige Holzhäuschen stehen, in denen man sich z.B. umziehen kann. Eins davon wurde wohl noch fix von Christo eingepackt, wie damals der Reichstag oder es ist gerade im Umbau. Und dann steht etwas derart entzückendes am Wegesrand, daß ich mich gar nicht einkriege: Ein Stein mit einer Plakette zur Schillerlinde „gepflanzt von der dankbaren Jugend am 9. Mai 1905“. Also bitte! Die dankbare Jugend! Geht doch! Ich bin ganz bezuckert. Und dann fängt noch irendwo einer an Horn zu spielen! Echt jetzt!! Ich werde gleich irre, vor so viel Idyll.

Weiter geht’s des Weges, vorbei am hölzernen Saunahaus, vorbei am Miles for Peace-Schild eines UN-Läufers und einem sowas von akkurat aufgestapletem Haufen Schnittholzes. Das muß man ja den Schweizern lassen. Ordnung, das können die!

Dann aber sticht mich der Hafer und ich weiche vom vorgeschlagenen Weg ab, um einfach den Hügel raufzugehen. Pah, denke ich, ich bin Herr meiner Entscheidungen und wenn es mir gutdünkt, gehe ich da jetzt einfach hoch. Ich da also hoch, freue mich über die Welt, über Wald, Wasser und Blaumeisen. Sammle zwei ortstypische Steinchen auf, denn etwas möchte der Mensch mit nach Hause bringen. Haben auch so schöne weiße Adern. Bald aber merke ich, daß der Weg gar nicht wieder links abknickt, weshalb ich, voll Herr meiner Entscheidungen, einfach über die Weise nach unten gehe. Dort höre ich eine Kuhglocke und denke, Alter, geht etwa noch mehr Schweizcliché?? Naja, ich dem also nach und treffe puschlige Kühe an, die auch noch zutraulich sind und sich streicheln lassen. Fehlt nur noch Heidi, die kommt aber zum Glück nicht auch noch den Hügel heruntergetanzt.

Weiter geht’s: Das Kloster umrunden, aus dem Automaten für einen Franken und fünfzig Rappen eine süße Kleinigkeit ziehen (denn ein 2-Frankenstück habe ich gerade), dann den Weg zurück am Wald gehen, beim Milchhüsli für 10 Franken einen Kaffee und ein großes Stück Kuchen schnappen und dann, schon leicht getrieben, wieder zur Seilbahn zurück und runter, Richtung Stiftsbibliothek. Beim Runterfahren, versuche ich ein niedliches Katzenbild zu knipsen, was im Tunnel hängt, vergeige es aber. Muß ich wohl nochmal fahren, später.

Dann rein ins Unesco Welterbe. Ich zeige mein Billettchen vor und gehe zum Eingang. Dort wird gerade allen Menschen das Arsenal an Filzpantoffeln gewiesen. Ich, schwupp, welche über und rein da. Ich steh ja total auf sowas: Sammlungen von Wissen. Wie super ist das, wenn man einfach alles Wissen der Welt, das man kriegen kann, auf einen Haufen bringt, um daraus etwas zu machen, damit es mit der Menschheit mal vorwärts geht. Und da drinnen steht wirklich der heiße Scheiß seiner Zeit. Ein riesiger Globus (heute nur die Replik, nachdem im Krieg gegen Zürich 1512-18 das Original geklaut wurde) und allerlei Exponate aus einem Fundus von über 30.000 Büchern und die aus Zeiten seit dem 9.Jhd., inklusive dem ersten, allerdings nicht realisierten, Bauplan des Klosters von ~800 AD. Das ist schon toll! Also, das war zu deren Zeit nicht nur toll, das war irre! Witzigerweise finden sich darunter dann auch mal Krickeleien von Mönchen, die auch mal ihren Spaß haben wollten.

Und dann passiert das, was einem in dieser Stadt anscheinend permanent passiert: ich treffe eine Bekannte. Na, wir haben uns vor zwei Tagen in der Lounge des WBZ kennengelernt und nun laufen wir uns gleich wieder über den Weg und diesmal ist ihr Sohn aus Brasilien auch dabei. Also beschließen wir zusammen weiterzulaufen und Sachen anzukucken. Leider reicht das nur bis zur Kathedrale nebenan, da die beiden etwas essen gehen wollen, ich dann aber die Führung durchs Stadtparlament verpassen würde. Also verabschieden wir einander herzlich und gehen dann weiter unserer Wege. Mich führt das direktemang in die „Neue Pfalz“, sprich, das Regierungshaus des Kantons St. Gallen. Dort erklärt man uns allerlei Räume und Dinge und wir dürfen sogar in den Parlamentssaal und auf allen Stühlen sitzen. Machen wir natürlich auch und knipsen noch Bilder

Nach der Führung, es ist mittlerweile vier Uhr, ist es an der Zeit, endlich die Postkarten zu schreiben. Dafür suche ich mir ein Café in der Nähe und bestelle Cappuccino. In der Bibliothek habe ich noch eine Postkarte dazu gekauft, womit ich jetzt ausreichen Karten für die Briefmarken habe. Wie üblich fehlen mir zwei Postleitzahlen, die ich aber im Zimmer nachtragen will, bevor ich die Karten einwerfe. Natürlich vergesse ich diesen Vorsatz sofort wieder und werfe alle Karten direkt in den nächsten Postkasten, eine sogar – rollt die Augen – ohne Hausnummer. Das kriegt die Deutsche Post doch wieder nicht ausgebügelt, meine Unfähigkeit. 10,-€ in den Sand gesetzt, denn Karte und Marke kosten beide 2 Maak und dann ist der Franken ja noch mehr wert. Je nun, vielleicht lerne ich ja mal was daraus.

Jetzt ist es ca. 17.00 Uhr. Immer noch drei Stunden bis zum Zug. Also noch einmal mit der Seilbahn hoch, denn ich muß ja noch das Katzenbild… Diesmal Video und diesmal klappt es (kreige das hier nur gerade nicht raufgeladen, vielleicht später von zu Haus). Und dann wandere ich einfach den Weg wieder runter, durch die Mühlenenschlucht (wird nicht geräumt und gestreut, sagt das Schild). Danach verlaufe ich mich ein bißchen, finde den Weg aber schnell wieder und gehe dann auf mein Zimmer und packe den Rest ein. und schwätze noch etwas mit Felix und seiner Frau.

Dann mache ich mich auf den Weg, noch mit Felix‘ Worten im Ohr, ich solle auf die binäre Uhr am Bahnhof achten. Ich so, hä? Er so, wirste schon sehen. Hat er Recht. Komme zum Bahnhof, sehe Binäruhr, die total cool ist. Muß man naürlich Binärcode verstehen. Verstehen tu ich’s, lesen kann ich’s trotzdem nicht. Aber cool 🙂 Dann rein in den Bahnhof. Zug kommt irgendwann, einsteigen und auf nach Haus. Am besten jetzt noch alles laden und schreiben, denn wer weiß, ob es in der Deutschen Bahn alles klappt.

Doch es klappt besser als befürchtet. Nur ist der ICE von München (Abfahrt 0:01 Uhr) kein Liege-, Schlaf- oder Zurücklehnwagen. Dann schreibe ich eben länger. Mal sehen, wie lange ich durchhalte, sind ja alles zusammen nur 13 Stunden Fahrt, hahaha.

Bis dahin erst einmal gute Nacht.

Kursende und dann?

Wir wissen’s, nur die Wurst hat zwei. Eine Woche Kurs sind halt auch nur fünf Tage und Dank Flow sind die fix vorbei. Gestern war schon Freitag und nachdem ein Herr von einem Liechtensteiner Teil von Thyssen-Krupp, der uns als interessanterweise einziger gesiezt hat (Geschäftsführer…), Einsichten in die Automobilzuliefererindustrienachhaltigkeitsproblematik gegeben hat, dürfen wir nacheinander alle unsere Gruppenarbeiten präsentieren. Das tun wir dann auch und werden auch brav für unsere Versäumnisse gerupft. Zum Glück alles im geschützten Raum und mit Verbesserungsvorschlägen und mit einem zwinkernden Auge.

Danach geht es nur noch ums Wrap-up, was wir denn mitnehmen würden, was wir besonders gut gefunden hätten und was wir uns gewünscht hätten. Doch wir sind alle ausgesprochen zufrieden mit dem Seminar und nun auch noch sehr erleichtert, da so eine Präsentation ja doch immer etwas unruhig macht. Kathrin aus meiner Gruppe, die übrigens auch das Weiterbildungszentrum leitet, an dem wir hier alle gerade sind, hat die Gelegenheit genutzt, uns allen noch ein Glas vor Ort gesummten Honig zu schenken. Hat ein ehemaliger Prof der Uni hier von seinen Bienen zusammentragen lassen. Ich darf sogar noch eins für Lucy mitnehmen.

Dann sitzen wir noch ein wenig beieinander und fassen unsere informative Beute zusammen. Natürlich habe auch ich ein, zwei Ideen für zu Hause ausgedacht, die ich dort anwenden möchte, doch die kann ich hier noch nicht vom Turm blasen 🙂 Bevor jedoch alle auseinanderstieben, verlange ich ein Gruppenfoto mit allen zu machen. Zum Glück ist noch keiner weg und keiner weigert sich. Danach aber sind binnen kurzem leider alle los und so mache auch ich mich auf die Socken.

Ich bleibe noch einen weiteren Tag in der Stadt und habe mir dafür ein Air B’n’B gesucht (disruptive Innovation). Ich rolle nun mit meinem durch den Einkauf stark gewachsenen Gepäck bummelig runter in die Stadt. Mein Gastgeber betreibt einen Laden mit allerlei Ansichts- und Andenkenobjekten in der Bankgasse. Das suche ich erst einmal auf der offline-Landkarte und wandere dann darauf zu. Als ich ankomme, beschwätzen wir uns kurz und dann lasse ich zunächst meinen Rollkoffer bei ihm, da ich eben gerade noch an unserer Kursorganisatorin vorbeigelaufen bin. Die überfalle ich noch kurz bei ihrem Treffen mit ihrer Freundin, doch dann lasse ich sie lieber wieder in Ruhe. Möchte ja auch niemandem auf den Keks gehen.

Vor der Tür entdecke ich eine neue Umnutzung alter Telelfonzellen, nämlich als regensichere Kinderbespaßungsspielzelle. Sehr niedlich, aber schon abgeschlossen, ich kann also nicht mehr rein. Dann bummele ich noch etwas durch die Stadt, kaufe teure Kekse und finde in einem Buchladen noch hübsche Postkarten. Da ich ein notorisch altmodischer Postkartenschreiber bin, kaufe ich drei und brauche jetzt natürlich noch Briefmarken. Der Buchladner beschreibt mir also freundlich den Weg zur Hauptpoststelle und ich laufe los. In der Tat finde ich sie, doch brauche ich erst etwas, um zu bemerken, daß man hier eine Nummer ziehen muß, wie bei uns auf dem Amt. Dann aber geht es auch schnell und ich bekomme die benötigten Marken.

Da nun alles geschafft ist, eile ich zu meinem Gastgeber zurück, der jetzt seinen Laden schließt und dann mit mir im Schlepptau nach Hause geht. Ich zerre, langsam ermüdet von viel Tages, meinen Koffer hinter mir her und folge ihm berg- und trepp- immer weiter -auf. Dann kommen wir endlich an, der Weg war gar nicht weit, und ich falle nach kurzem Ankommen, direkt in Schlaf. Als ich wieder aufwache, möchte ich aber nicht unhöflich sein und geselle mich ins Wohnzimmer. Dort verfallen Felix (mein Gastgeber) und ich dann noch in lange und ausgiebige Diskussionen über Gott im allgemeinen und die Welt im speziellen, bis die Uhr fast eins zeigt. Dann schwächele ich erneut und ziehe mich zurück.

Was, schon Mittwoch? Nee, Donnerstag!

Time flies, when you’re having fun, das kennen wir ja. Und es ist spannend und interessant hier! Jeden Tag mehrere Vorträge von Menschen, die in Unternehmen mit Nachhaltigkeit zu schaffen haben und gute Ansätze vorzeigen. Darunter auch aus der Zementbranche oder von der Uhrenmarke Breitling. Denkt man sich erst „ja klar, gerade die…“, bis man begreift, daß kein Unternehmen sagen würde „ok, eingesehen, alles Mist. Wir machen jetzt den Laden dicht.“ Wenn stattdessen aber viel Zeit, Aufwand und, ja, auch Geld in neue Methoden und Techniken gesteckt wird, bemerkt man das von außen selten.

Alle hier vortagenden Unternehmen haben extern auditierte und ambitionierte Nachhaltigkeitsziele. Bei der Größe der Firmen dauert das alles natürlich seine Weile, zumal sowas wie Zementhersteller und Fluglinien inhärent CO2-lastig sind und wahrscheinlich nie völlig ohne sein werden oder wenigstens noch sehr, sehr lang nicht. Aber sie mühen sich redlich.

Wir aber auch, wenngleich wir im wesentlichen nur rumsitzen und zuhören. Da wir aber auch wissen wollen, worum es geht und daher konzentriert lauschen, schlaucht das auch ganz schön. Dann hat man am Abend fast den ganzen Tag gesessen, zugehört und ab und zu mal ne schlaue Frage gestellt und macht dann noch Gruppenarbeit und ist dann einfach platt.

Dafür wurden wir am Dienstagabend alle zusammen zum Biertasting unten im Ort eingeladen. Wir also alle zusammen zu Fuß runter. St. Gallen, in der Schweiz mit vielen Bergen gelegen, hat das Weiterbildungszentrum der Uni gewitzterweise auch auf den Berg gebaut, sodaß man 20 Minuten Weges braucht, um unten an der Hauptstraße anzukommen. Wir bewältigen das alles und setzen uns schön zusammen. Endlich mal laufen.

Ich bin die ganze Zeit im strategischen Nachteil, denn ich spreche kein Schwyzerdütsch. Verstehen geht leidlich. Wenn aber nur zwei Schweizer miteinander schnell reden, muß ich kapitulieren. Dankenswerterweise schwenken die meisten aber mitleidig auf „Schriftdeutsch“ um, wenn sie merken, daß ich dasitze wie der Ochs vorm Berge und immer nur freundlich nicke, wenn ich angesprochen werde.

Nun sitzen wir schön beisammen, ich bestelle eine Fönki Diana (Flammkuchen ohne Tiere) und allen wird ein Dreierträger Eigenbräu gebracht. Daraufhin beginnt die Einführung in ein paar Bier-Basics. Ich lerne, daß IPA für Indian Pale Ale steht, was die Briten seinerzeit ihren Briten in Indien schickten, und zur besseren Bakterienabwehr viel Hopfen reinmachten. Gestopft nennt man das dann und es wird dunkler. Jaja. Die zwei anderen sind Bier und Bier. Aber gutes Zeug.

Das war Dienstagabend, Mittwoch ist jetzt auch schon an mir vorbeigerannt und heute ist schon der letzte Abend des Seminars. Daß das so schnell gehen muß! MannMannMann.

Dafür habe ich es heute geschafft, allerlei Dinge zu erledigen. Morgens gleich Wäsche gewaschen, mittags Wäsche getrocknet und jetzt abends bin ich runter in die Stadt gegangen und habe zwei Supermärkte geplündert, denn nichts zeigt einem besser den Alltag eines fremden Landes als der gemeine Kaufmannsladen. Kaum hatte ich dann die 32 kilo Einkauf im Sack, dachte ich mir, wenn ich schon hier bin, kann ich auch gleich die Innenstadt ankucken. Gedacht, gemacht. Um 19.00 Uhr machen hier übrigens die Läden zu, weshalb ich auch fix mit dem Einkauf fertig war. Dann also weiter, immer der Nase nach.

Da kommt man dann an lustigen schweizerischen Erfindungen vorbei, wie dem Drive-In-Bankautomaten. Warum sind wir da noch nicht drauf gekommen??? Weiter geht’s in die Innenstadt, die ausnehmend hübsch ist. Viele niedliche alte Häuser und allerlei Gekirch. Leider sind nach Ladenschluß auch die meisten Leute weg, aber so habe ich bessere Sicht beim Fotografieren.

Ich komme auch an alten Placken Schnees vorbei, die hier schon seit Wochen liegen müssen, denn, wie erwähnt, ist es seit mehr als einer Woche recht warm hier, wogegen man oben im Hauptgebäude noch stolz Fotos vom kürzlich noch liegenden Schnee zeigt.

Es gibt aber auch andere interessante Dinge, die weniger mit der Geschichte der Stadt zu tun haben. So nutzt man in St. Gallen E-Busse, die mit Oberleitung fahren, was manchmal zu lustigen Installationen führt, die über der Kreuzung hängen. Außerdem komme ich irgendwo am Hang an einem Grundstück vorbei, auf dem gebaut werden soll. Passiert sowas, muß der Bauherr dann so Stangen einstecken, die so hoch herausragen, wie dann später das Haus sein wird. Sieht aus, wie am Bootshafen, nur am Berg und ohne Boote.

Nach zwei Stunden Wanderns bin ich langsam Ruhebereit und mache mich an den Anstieg zum Zimmer. Finde den Weg und werde noch fix mit etwas Arbeit erfreut, da in Hamburg gerade die Büroeingangstür sperrangelweit offen steht. Zum Glück löst sich das Problem schnell. Irgendwer ist an den Notöffner gekommen und als der wieder rausgezogen ist, schließt sich alles wieder aufs Prächtigste.

Und da nun alle zufrieden sind, tippe ich noch diese Zeilen zu Ende und beginne damit, meinen Koffer zu packen. Morgen ist ja leider schon Schluß und ich siedele für einen Tag noch in ein AirBnB um. We’ll see how that goes.

Gute Nacht und liebe Grüße
Riklef